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Lufthansa – Gigantische Herausforderungen und moralischer Tiefflug

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Lufthansa – Gigantische Herausforderungen und moralischer Tiefflug

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Die aktuellen Unternehmenszahlen der Lufthansa zeichnen ein düsteres Bild. Die Zeichen stehen auf weitgehender Restrukturierung und Arbeitsplatzabbau. Umso absurder der Umstand, dass die Deutsche Lufthansa AG vor vier Wochen die Verhandlungen um eine Krisenvereinbarung für 35.000 Bodenbeschäftigte einseitig abgebrochen hat. Damit hat das Unternehmen das Angebot der Konzerntarifkommission (KTK) über Einsparungen in Höhe von über 620 Millionen Euro ersatzlos ausgeschlagen.

Stattdessen fordert Lufthansa deutlich höhere Zugeständnisse der Beschäftigten. Bis zu 23% Bruttolohnkürzung etwa für die Zeit nach der Kurzarbeit. Kürzungen, die Beschäftigte in den unteren Lohngruppen an den Rand des Existenzminimums bringen können und welche die Belastungsgrenze für die KTK weit übersteigen. Selbst mit diesen Einschnitten würde das Unternehmen Gegenzug keinen sicheren Beschäftigungsschutz garantieren. Die KTK hatte im Gegenzug zu den Beiträgen der Beschäftigten Beschäftigungssicherung als Bedingung gestellt. Auch sollten Beschäftigte vor einem vollständigen Verlust der Tarifstandards bei Verkauf von Betrieben geschützt werden. Denn die Angst vieler Kolleg*innen ist groß, am Ende doch von Lufthansa auf die Straße gesetzt zu werden, nachdem Ihnen tief in die Tasche gegriffen wurde.

Diese Ängste sind vor allem nicht unbegründet, da Lufthansa sich noch immer nicht zu einem verbindlichen und tragfähigen Konzept zum sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau bekennt, um frühzeitig damit zu beginnen den Personalkörper auf Nachkrisenniveau abzusenken, und das Risiko betriebsbedingter Kündigungen zu mindern. Und statt die dringend erforderlichen ersten Schritte zur sozialverträgliche Restrukturierung zu beginnen, kündigte Lufthansa an, langjährig Beschäftigte – sogar bereits in Altersteilzeit befindliche Kolleg*innen – betriebsbedingt zu kündigen. Loyalen Lufthanseaten werden zum Teil wenige Monate vor der Rente und über 30 Jahren Beschäftigungsdauer gekündigt. Damit erreicht Lufthansa ein neues moralisches Tief:

Zur Pressemitteilung

Die Beschäftigten sind bereit einen hohen Krisenbeitrag zu leisten. Schon das abgelehnte letzte Angebot umfasst bis zu 12% Personalkosteneinsparung. Aber die Kolleginnen und Kollegen können es sich nicht leisten ohne wirksamen Schutz ihren Arbeitsplatz über Jahre mit enormen Beträgen selbst zu subventionieren und der Lufthansa einen Blankocheck auszustellen. In den letzten Wochen wurden Mitgliedercalls veranstaltet um Kolleginnen und Kollegen über die Situation zu informieren. Das Stimmungsbild ergab, dass die Haltung der KTK breite Zustimmung erhält. Die KTK war und ist verhandlungsbereit und fordert die Lufthansa auf endlich zu konstruktiven Gesprächen zurückzukehren, ein seriöses Konzept vorzulegen und Verantwortung für ihre Beschäftigten zu übernehmen.