Nachrichten

Seehäfen: Tarifkommission bestätigt Verhandlungsergebnis

Seehäfen: Tarifkommission bestätigt Verhandlungsergebnis

ver.di-Tarifinfo

24.08.2022 - Am 22.08.2022 fand die 10. Runde der Tarifverhandlungen für die deutschen Seehäfen statt. Wir hatten in zahlreichen Flugblättern über die Tarifverhandlungen informiert.
Am Ende einer langen Verhandlungsrunde liegt ein Verhandlungsergebnis vor, für das die Bundestarifkommission (BTK) eine Beschlussempfehlung ausgesprochen hat.
Bis zum 05.09.2022 findet eine „Rückkoppelungsphase“ in allen Betrieben statt. In Versammlungen und betrieblichen Treffen werden wir das Ergebnis diskutieren und erklären. Fast 90% der Mitglieder der Bundestarifkommission haben der Beschlussempfehlung zugestimmt. Deshalb sieht die BTK von einer Mitgliederbefragung ab. Nach der Disskussionsphase wird am 05.09.2022 die BTK den formalen Beschluss fassen.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

TI 1 ver.di TI 1


Weitere Anhebung der Stundenentgelte im zweiten Jahr je nach Inflationsentwicklung bei mindestens gleichbleibender Gesamtumschlagsentwicklung in den vom Tarifvertrag umfassten Seehäfen.

TI2 ver.di TI 2


Dieses Tarifergebnis ist kompliziert, weil wir über einen Zeitraum von zwei Jahren ein Verhandlungsergebnis mit vielen einzelnen Komponenten haben. In den Mitgliedsbetrieben stehen die ver.di Vertrauensleute und Betriebsräte für Fragen zur Verfügung, um mit euch das Verhandlungsergebnis zu diskutieren.

Nur durch die Geschlossenheit in den Häfen haben wir dieses Ergebnis erreichen können. Nach Auffassung der BTK gibt es keine Möglichkeit mehr, dass erzielte Ergebnis zu verbessern. Wir haben dem ZDS, auch in den letzten Stunden, zahlreiche Tarifkompromisse abgerungen, die das Ergebnis deutlich verbessert haben und unseren Forderungen zum Durchbruch verholfen haben.

So haben wir die wichtigsten Forderungen unserer Tarifrunde erreicht. In den Jahren gibt es folgende Erhöhungen:

TI 3 ver.di TI 3


Durch die Anhebung der Tabellenentgelte um 1,20€ im 1. Jahr und weiteren 0,30 € im 2. Jahr ist es uns gelungen, eine soziale Komponente durchzusetzen, die die unteren Lohngruppen angesichts der galoppierenden Preissteige-rungsrate besonders berücksichtigt.

Die Einkommen der Beschäftigen steigen damit ab dem 01.07.2022 in der Laufzeit des Tarifvertrages insgesamt um gesicherte 13,8% (A-Betriebe) und 12,3% (B-Betriebe). Im 2. Jahr ist eine weitere Anhebung durch Inflationsklausel möglich. Der Tarifvertrag kann (außer bei einer Sonderkündigung) zum 31.05.2024 gekündigt werden.
Für 2 Jahre wird der sogenannte „tarifliche Demographiefonds“ ausgesetzt und die Zahlungen kommen den Hafenarbeitern 2022 und 2023 direkt zu Gute. Ab 2024 wird er wieder regulär gespeist. Gleichzeitig dient das Geld 2023 dazu, die Tabellenentgelte dauerhaft um 30 ct zu erhöhen.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten:
Völlig unbefriedigend ist die Erhöhung für die beschäftigungsgesicherten C-Betriebe. Allerdings sind das die Betriebe, die wegen ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten unter den besonderen Bedingungen der Beschäftigungssicherung stehen. Hier muss die ver.di Tarifpolitik außerhalb des Lohntarifvertrages Antworten finden. Die BTK will das angehen.

Fazit:
Insgesamt können wir stolz darauf sein, welche Ergebnisse wir durch unsere Warnstreiks und alle übrigen Aktivitäten erzielt haben. Unsere Geschlossenheit und unser Kampfeswille haben zu diesem beeindruckenden Ergebnis geführt. Dies ist das bisher beste Tarifergebnis in Deutschland in diesem Jahr - wir können stolz sein.

Ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen. Danke für Eure Unterstützung!

Eure ver.di-Bundestarifkommission Seehäfen