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LGW Kabine: Hintergründe zum Tarifabschluss der UFO

LGW Kabine: Hintergründe zum Tarifabschluss der UFO

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

gestern wurde bekannt, dass die Geschäftsleitung mit der UFO einen Tarifvertrag abgeschlossen hat. In blumigen Worten wird der Abschluss gepriesen, der angeblich an die „finanziellen Grenzen“ gegangen sei.

Ver.di wurde von der Geschäftsleitung nicht an diesen Verhandlungen beteiligt. Auch wurde uns weder der Tarifvertrag noch das Angebot des Arbeitgebers vorgelegt. Was bisher über die Inhalte des Tarifvertrages bekannt wurde, lässt nicht viel Gutes vermuten.

Über die Hälfte der Kolleg/innen in der Kabine sind ver.di-Mitglieder und bereits im März sind wir an die neuen Eigentümer herangetreten mit dem Ziel, schnell in Tarifverhandlungen einzusteigen. In einem ersten Gespräch Ende Mai  hat die Zeitfracht zugesagt, schnell in Verhandlungen einzusteigen und einen Tarifvertrag zu vereinbaren.

Jedoch: Zeitgleich mit der Veröffentlichung des Tarifabschlusses mit UFO hat die Geschäftsleitung gestern alle unsere Terminvorschläge für Verhandlungen im Juli abgelehnt. Das ist eine beispiellose Respektlosigkeit gegenüber der Kabine.

Es liegt auf der Hand: Die Geschäftsleitung versucht es zu umgehen, mit einer selbstbewussten und gut organisierten Belegschaft zu verhandeln und schließt stattdessen einen Gefälligkeits-Tarifvertrag mit der UFO ab, die in der LGW nur schwach organisiert und nicht durchsetzungsfähig ist. Eure Wünsche und Vorstellungen für die wir in der letzten Zeit verhandelt und gestreikt haben, sollen so ins Leere laufen.

Zudem kämpft die UFO gerade um ihr Überleben seitdem bekannt wurde, dass die Kassen leer sind, dass gegen Vorstände ermittelt wird und Lufthansa die UFO nicht mehr als Verhandlungspartner anerkennt. Die UFO steht kurz vor dem Aus und unterschreibt offensichtlich alles, um überhaupt noch als Gewerkschaft wahrgenommen zu werden.

Ihr habt im November bereits bewiesen, dass die LGW-Kabine geschlossen und erfolgreich streiken kann.  Möglicherweise müssen wir hieran anknüpfen, um den Arbeitgeber zu bewegen, auch mal mit einer richtigen Gewerkschaft zu verhandeln.

 

Um das aktuelle Geschehen einordnen zu können, einige Fakten zusammengefasst:

  • Zeitgleich mit dem Tarifabschluss der UFO hat die Geschäftsleitung alle unserer Terminvorschläge für Verhandlungen abgelehnt. Man sei im Juli im Urlaub und habe erst im August wieder Zeit.
  • Der Abschluss mit der UFO kommt aus heiterem Himmel. Die LGW-Kabine wusste nicht einmal, dass es Verhandlungen oder dass es eine UFO-Tarifkommission gibt (Gerüchteweise besteht die Tarifkommission aus 2 Mitgliedern in Berlin, die aber auch niemals gewählt wurden)
  • Die Mehrheit der Kabinenbeschäftigten sind ver.di-Mitglieder. UFO Mitglieder haben sich uns nach dem Streik angeschlossen. Durch diesen UFO-Abschluss wurde die Kabine also ganz klar hintergangen.
  • Die UFO ist im Überlebenskampf und nimmt alles, was sie bekommen kann, um zumindest noch den Anschein einer „Gewerkschaft“ zu erwecken. Der Vorstand hat sich zerstritten, die (Streik-)Kassen sind anscheinend leergeräumt, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Reihe Vorstände und machte erst vor einigen Wochen eine Razzia in den Büroräumen. Die Lufthansa verhandelt nicht mehr mit der UFO, viele Mitglieder kündigen und da kommt es der UFO gerade recht, ohne Verhandlungen und über die Köpfe der Beschäftigten hinweg einen Tarifvertrag zu unterschreiben. Eine gute Zusammenfassung findet sich hier: https://www.timvanbeveren.de/?page_id=1484
  • Auch wenn der Arbeitgeber hofft, dass er mit diesem UFO-Manöver eine echte Tarifverhandlung umgehen kann, bedeutet dieser Abschluss nicht, dass die Tarifbewegung beendet ist. Im Gegenteil, eine Erhöhung der Gehälter und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen sind dringend nötig. Wir werden den Tarifabschluss bewerten und dann darüber hinaus weitere Verbesserungen durchsetzen!
  • ver.di steht für eine Tarifarbeit bei der die Mitglieder im Mittelpunkt stehen: Unsere Forderungen haben wir nach einer Befragung und vielen Diskussionen mit euch aufgestellt. Bei wichtigen Tariffragen entscheiden die Mitglieder und unsere Tarifkommissionen werden regelmäßig von den Mitgliedern in der Airline gewählt.
  • Uns war bisher daran gelegen, eine gute Zusammenarbeit mit der UFO zu erreichen, da wir denken, dass eine Spaltung der Belegschaft den Beschäftigten nur schaden kann. Alle unsere Anfragen an die UFO, sich auszutauschen, blieben aber ohne Erfolg. Jetzt hat die UFO den Bruch vollzogen, nicht um für die Beschäftigten etwas zu erreichen, sondern weil der Verein UFO so tief in der Krise steckt.

 

Wie geht es weiter?

Nach diesem Ausweichmanöver und der Verhandlungsverweigerung müssen wir den Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zwingen. Da es sehr wahrscheinlich auch zu Streiks kommen kann, werden wir euch in den kommenden Tagen dazu vorbereitend informieren. In der kommenden Woche wird sich die ver.di-Tarifkommission treffen und dann werden wir die nächsten Schritte festlegen. 

Wenn ihr Fragen habt, sprecht uns gerne an!

 

Viele Grüße,

ver.di-Luftverkehr

Volker Nüsse 

Ver.di Verhandlungsführer

volker.nuesse@verdi.de

 

Marvin Reschinsky

Ver.di Gewerkschaftssekretär DUS

marvin.reschinsky@verdi.de

 

www.LGW.verdi.de

www.darum.verdi.de