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Laudamotion: In Deutschland operierende Ryanair-Tochter droht mit der Schließung von Stationen

ver.di-Pressemitteilung

03.07.2020 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und die österreichische Ryanair-Tochter Laudamotion befinden sich derzeit in Tarifverhandlungen zur Umsetzung eines Tarifvertrags für die Piloten und das Kabinenpersonal nach deutschem Recht. Laudamotion hat unter anderem Stationen in Stuttgart und Düsseldorf. Momentan gilt dort österreichisches Arbeits- und Tarifrecht.

"Die Verhandlungen sind äußerst schwierig. Die Unternehmensleitung hält dauerhaft das Damoklesschwert der Standortschließung in den Händen", kritisiert Susana Pereira Ventura, zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin.

Die Maßnahmen, die Laudamotion umsetzen wolle, würden nach Einschätzung von ver.di den Lebensstandard der in Deutschland ansässigen Besatzungen gefährden und in einigen Fällen sogar eine Existenzbedrohung für Kabinenbeschäftigte bedeuten, die ohnehin schon unter einem sehr niedrigen Gehaltsniveau leiden, so Ventura.

Einigen Senior Piloten drohe eine Gehaltskürzung von bis zu 40 Prozent. Die Situation in der Kabine sei nicht viel besser: Ältere Flugbegleiter könnten 20 Prozent ihres Einkommens verlieren und damit noch deutlich hinter den Gehältern ihrer in Deutschland tätigen Ryanair-Kollegen zurückbleiben.

Zudem weigert sich das Unternehmen, Arbeitsplätze durch Kündigungsschutz zu sichern, selbst wenn eine Einigung erzielt würde. "Sie drohen damit, die Standorte zu schließen und alle Mitarbeiter zu entlassen, wenn wir diese Bedingungen nicht akzeptieren“, so die Gewerkschafterin. Für ver.di sei der Beschäftigtenschutz jedoch unerlässlich.

ver.di appelliert an die Laudamotion-Geschäftsführung, die Verhandlungen auf konstruktive Weise fortzuführen und den Erhalt von Arbeitsplätzen bei gleichzeitiger Sicherung des Lebensstandards der Flugzeugbesatzungen in Deutschland zu gewährleisten.