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Tarifinfo LGW Kabine: Verwirrungen statt Verhandlungsbereitschaft

Tarifinfo LGW Kabine: Verwirrungen statt Verhandlungsbereitschaft

Anstatt die Sorgen der Beschäftigten ernst zu nehmen, stiftet die Geschäftsführung Verwirrung. Keine Perspektive am Verhandlungstisch.

 
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

die Lage in der LGW Kabine ist ernst. Unsere Verhandlung am Freitag hat gezeigt, dass die Geschäftsführung (GF) nicht bereit ist ernsthaft zu verhandeln. Stattdessen stiftet sie Verwirrungen, um die Kabine zu spalten, die Unsicherheit steigt. Wir möchten euch deshalb heute umfassend über die Lage informieren:

Das Wichtigste vorab: Die GF hat uns gegenüber deutlich erklärt, dass sie nicht bereit ist, mit egal welcher Gewerkschaft Tarifvereinbarungen für die Kabine abzuschließen. Nun gab es von GF und UFO erfreulich klingende Meldungen wie „es gab konstruktive Gespräche“. Wie geht das zusammen? Ganz einfach: Der Unterschied liegt in den beiden Begriffen „Gespräche“ und

„Verhandlungen“: Verhandlungen lehnt die GF ab, da diese bedeuten, dass sie sich mit den Vertretern der Belegschaft einigen muss und ein gemeinsamer Vertrag abgeschlossen wird. Zu unverbindlichen Gesprächen ist die GF hingegen bereit, allerdings will sie am Ende einseitig entscheiden. Das lehnen wir ab, denn für unverbindliche Gespräche ist die Lage zu ernst.

Die GF hat uns über ihre Pläne nur vage informiert. Klar scheint: Alle Airbus werden zum Ende des Jahres ausgeflottet. Ab dem Winterflugplan soll zudem keine Q400 mehr in TXL stationiert sein. Was mit den Airbus passiert und wie die Stationierungen in der EW-Gruppe aussehen werden, vermochte die GF nicht zu offenbaren. Damit sind die Arbeitsplätze der 190 Kolleginnen und Kollegen in Berlin akut in Gefahr. Ab dem Winterflugplan seien nur noch 13 oder 14 Q400 an den Stationen DUS und STR geplant. Das bedeutet in der Folge, dass wir neben dem drohenden Arbeitsplatzverlust an der Station Berlin davon ausgehen müssen, dass es im Winterflugplan weiter dazu kommen wird, dass viele von uns unter 50 Stunden eingesetzt werden.


Deswegen haben wir von der Geschäftsführung zweierlei gefordert:

  • Wir fordern einen Tarifvertrag für die Vergütung und eine angemessene Erhöhung
    ➔ Die GF sagt dazu schlicht, sie sind nicht bereit darüber einen Tarifvertrag abzuschließen. Unsere finanzielle Situation bleibt weiter angespannt und wir sollen mit unseren Gehältern die Probleme in der Airline ausbaden.
  • An erster Stelle unserer Forderungen steht die Beschäftigungs- sicherung in der Airline-Gruppe und klare sozial angemessene Bedingungen für den Wechsel an andere Stationen oder in ein anderes AOC.
    ➔ Die GF sagt dazu: Es soll keine Kündigungen geben, aber eine Beschäftigungsgarantie wollen sie vertraglich nicht garantieren. Wir fragen uns, warum? Trauen sie ihren eigenen Versprechen nicht?

 
Die GF stellte sich auf den Standpunkt, dass sie diese Fragen ohne Beteiligung von Gewerkschaften regeln wollen. Das bedeutet, die Betroffenen müssten sich auf Stellen bei anderen AOC`s bewerben. Wir haben diese Situation nach der Airberlin-Insolvenz schon einmal durchlebt und wollen ein zweites Mal auf jeden Fall verhindern. Innerhalb der Airline-Gruppe muss es möglich sein, uns eine Beschäftigungsperspektive zu garantieren.

Zudem haben wir gegenüber der Geschäftsführung das Problem der ungleichen Einsatzplanung und der Standby-Vergabe angebracht. Es ist paradox: die Geschäftsführung sieht auch die Probleme aber sie weigert sich, in Tarifverhandlungen zu treten.

Abschließend noch einmal zu den aktuellen Verwirr-Meldungen: Die Ufo hatte in dieser Woche auch einen Termin mit der GF und darüber positiv berichtet. Hintergrund: Die UFO hat - nach Aussage der GF - keine Verhandlungen geführt, sondern sich zu unverbindlichen „Gesprächen“ getroffen. Diese Gespräche hat die GF uns auch angeboten, mit der klaren Ansage, dass es keine für uns verbindlichen tariflichen Regelungen geben soll und am Ende nur die Geschäftsführung entscheidet. Doch darauf wollen wir uns nicht einlassen. Wir haben dagegen der GF versichert, dass wir jederzeit zu Verhandlungen bereit sind, auch kurzfristig, um schnell Lösungen zu finden.

Wir rechnen damit, dass das Verwirrspiel in den kommenden Wochen weitergehen wird. Seid versichert, dass wir euch zeitnah, umfassend und klar informieren. Wenn Gerüchte auftauchen, schreibt uns, sprecht uns an, damit wir diese klären können.

Wie geht es weiter? So wie es aussieht, kommen wir am Verhandlungstisch nicht weiter! Also werden wir nun umgehend über die weiteren Schritte beraten und euch kommende Woche informieren.

 
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Eure ver.di Tarifkommission LGW Kabine