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Tarifkampagne TV-N 2020: Unterbrechen, jetzt erst recht zusammenhalten!

Tarifkampagne TV-N 2020: Unterbrechen, jetzt erst recht zusammenhalten!

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Angesichts der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie wird die Tarifkampagne #tvn2020 in Abstimmung mit den Tarifkommissionen vorerst ausgesetzt. Wir halten die Uhr an, denn für uns steht jetzt an erster Stelle, in dieser Krise mit einmaligem Ausmaß verantwortungsvoll zusammen zu stehen und Gesundheit und Einkommen zu sichern.

Diese Entscheidung ist umso schwieriger, da wir uns lange auf die Tarifrunde vorbereitet haben. Ihr habt im letzten Jahr in den Betrieben intensiv Forderun- gen für Entlastung und attraktivere Arbeitsbedingungen diskutiert. Danke an alle Aktiven! Nach der Verständigung auf bundesweite Forderungen am

26. Februar hat die Bundesverhandlungskommission die Forderungen bestätigt. Die Landestarifkommissionen hatten in den vergangenen Wochen regionale Forderungen erarbeitet. Diese Beschlüsse beziehen sich auf die frühere Normalität, die Situation vor Corona, es sind berechtigte Forderungen zur Entlastung und Erhöhung der Attraktivität der Arbeitsplätze im ÖPNV.

Nun ist eine umfassende Änderung der Situation eingetreten. Die Corona- Pandemie stellt uns vor große Herausforderungen, die Auswirkungen auf Unternehmen und Gesellschaft sind aktuell nicht absehbar.

In der aktuellen Krise stehen wir alle in den Betrieben vor drängenden Problemen, die nach vollem Einsatz und schnellen Antworten verlangen. Für ver.di steht jetzt im Vordergrund, das Einkommen in der Krise zu sichern, die Gesundheit aller Kolleg*innen im Einsatz zu schützen und allen Mitgliedern und Betriebsräten beratend und unterstützend zur Seite zu stehen.

Jetzt zeigt sich, dass der ÖPNV von größter Bedeutung für das Funktionieren unserer Gesellschaft und die Mobilität der Menschen ist. Das gilt besonders für die, die sich kein Auto leisten können und für die Versorgung der Bevölkerung von allergrößter Wichtigkeit sind – Gesundheit, Handel, Rettungsdienste und andere. Jetzt zeigt sich auch, welche negativen Folgen Privatisierung und Sparzwang in Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge hatten. Wir sind alle auf eine funktionierende Grundversorgung angewiesen, die bezahlbar ist und Menschen vor Profite stellt.

Die Beschäftigten im ÖPNV sind wie auch in den anderen Bereichen der Versorgung mit großem Engagement und Mut im Einsatz für ihre Fahrgäste. An die Politik haben wir Erwartung, dass die gesellschaftliche und klima- politische Bedeutung des ÖPNV in dieser Situation nicht vergessen wird, die Existenz der Unternehmen gesichert wird und die Beschäftigten nach der Krise nicht durch Sparzwänge wie schon in den 90er Jahren die Folgen falscher Politik zu tragen haben, sondern dauerhafte Wertschätzung für ihre Leistung erhalten.

Die zukünftigen Entwicklungen sind derzeit schwer abschätzbar. Ein wesentlicher Faktor wird die Dauer der aktuellen Pandemie sein. ver.di wird verantwortungsvoll mit der Situation umgehen, dabei steht die Sicherung der Arbeitsplätze wie auch der Schutz der Beschäftigten vor Überlastung und ökonomischem Druck im Vordergrund.

Wir müssen jetzt weiterhin solidarisch zusammenstehen, in der Gesellschaft wie auch in unserer Gewerkschaft. Auf unsere Stärke und gute Vernetzung im ÖPNV können wir stolz sein, sie ermöglicht uns, gemeinsam die anstehenden Herausforderungen für Arbeitnehmer*innen zu bewältigen.

Wir werden die Entwicklungen rund um das Virus weiterverfolgen, bewerten und in Beratung mit den Tarifkommissionen unser Handeln der dynamischen und ernst zu nehmenden Lage fortlaufend anpassen.

 

Lasst uns diese schwierigen Zeiten solidarisch meistern. Bleibt gesund!