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Gate Gourmet | LSG: Übergang tariflich geregelt

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Gate Gourmet | LSG: Übergang tariflich geregelt

LSG not 4 Sale ver.di LSG not 4 Sale

Seit April wurde an über 20 Verhandlungstagen hart verhandelt und am 4. September 2020 ein Kompromiss erreicht, der den Übergang der LSG Beschäftigten an die Gate Gourmet tariflich absichert und den Abbau bestehender Besitzstände abfedert. Die LSG Tarifkommission hat diesen Kompromiss am 9. September 2020 beraten und empfiehlt diesen Kompromiss den ver.di Mitgliedern bei der LSG zur Annahme. Die Mitgliederabstimmungen laufen noch bis zum 30. September 2020.

Nach diesem Kompromiss werden die bisherigen tariflichen Regelungen nach dem Verschmelzungstermin (wahrscheinlich zum 1. Oktober 2020) für weitere 12 Monate unverändert fortgeführt. Damit sind auch die bisherigen tariflichen Kündigungsschutzregelungen zumindest bis Ende 2021 gesichert. Diese vereinbarte „Stillhalteperiode“ ist erforderlich, da die grundsätzliche einjährige Schutzwirkung bei Betriebsübergängen (§613a BGB) hier nicht zur Anwendung kommt, da diese nur bei Übergängen zu nicht tarifgebundenen Unternehmen gilt. Gate Gourmet hat jedoch mit ver.di geltende Tarifverträge.

Dauerhaft fortgeführt wird die bisherige tarifliche betriebliche Altersversorgung, nach der Stillhalteperiode wird diese jedoch für zukünftige Ansprüche leicht abgesenkt. Ebenso wird der bisherige Krankengeldzuschuss ab der 7. Krankheitswoche unverändert dauerhaft fortgeführt.

Für die Beschäftigten, die Einkommensverluste durch Anwendung des Gate Gourmet-Tarifvertrages zu erwarten haben, werden diese für drei Jahre stufenweise abgefedert. Sollte es zu Verlusten von über 10 Prozent kommen, gibt es zusätzlich noch eine Abfindung. Die Beschäftigten, die durch den neuen Tarifvertrag Einkommenszuwächse erhalten werden, werden über drei Jahre stufenweise herangeführt. Beschäftigte, die bis zu 50 Euro im Monat mehr bekommen, erhalten diese Steigerung direkt nach der „Stillhalteperiode“.

Gesichert wurde auch die Weiterarbeit der lokalen Betriebsräte bis zum Ende der laufenden Wahlperiode im Frühjahr 2022.

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Gleichzeitig hatte Gate Gourmet uns zu Verhandlungen über eine Verlängerung der Laufzeit der Gate Gourmet Tarifverträge aufgefordert um sich so für die Überleitungsphase der LSG-Beschäftigten die Friedenspflicht zu sichern und damit einen möglichen Streik in dieser Phase juristisch zu verhindern.

Als Gegenleistung hat die Tarifkommission einen Forderungskatalog beschlossen, der viele Punkte enthielt, die bereits seit Jahren vergeblich gefordert wurden. Primäre Ziele der Tarifkommission waren den Erhalt der Kaufkraft, d.h. kein Reallohnverlust während der verlängerten Laufzeit, eine Gleichbehandlung beim Kündigungsschutz mit den Kolleg*innen der LSG im Verschmelzungsprozess sowie die Aufnahme weiterer Gesellschaften der Gate Gourmet in den Geltungsbereich der Tarifverträge.

Am 1. September 2020 wurde ein Verhandlungsergebnis erreicht. Wesentliche Einigungspunkte sind ein Kündigungsschutz analog den LSG Tarifverträgen für 12 Monate, eine Entgeltsteigerung um 2,9 Prozent ab dem 1. Januar 2022 sowie die Tarifierung einiger bisher betrieblicher Zulagen. Zwei Gate Gourmet Gesellschaften (Gate Gourmet Ost und Gate Gourmet Service) werden neu in den Geltungsbereich aufgenommen. Die „Kröte“: eine Laufzeitverlängerung bis zum 31. Oktober 2023.

Die Gate Gourmet Tarifkommission hat diesem Verhandlungsergebnis am 9. September 2020 zugestimmt.

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In den nächsten 12 Monaten werden die Themen Arbeitszeit, Abrufkräfte sowie Kündigungs- und Rationalisierungsschutz gemeinsam mit den Tarifkommissionen der Gate Gourmet und der LSG weiter verhandelt.