Flughäfen

Stuttgart: Bleed Air, Aerotoxisches Syndrom oder Fume-Event

Stuttgart: Bleed Air, Aerotoxisches Syndrom oder Fume-Event

Syndrom oder Fume-Event zu deutsch: Gift im Flieger – schon mal was davon gehört?

Flugzeugcrews ist die Begrifflichkeit des aerotoxischen Syndroms, Bleed Air oder Fume-Events bekannt. Manche haben selber auf schmerzhafte, zum Teil sogar tödliche Weise damit ihre schlimmen Erfahrungen gemacht. Betroffen ist die Luftfahrt weltweit.

Auch in Stuttgart gab es schon derartige Ereignisse. Während des Turbinenlaufes gelangen hochgiftige, gasförmige Substanzen aus der Turbine (Getriebeöl) durch den Ansaugprozess der Klimaanlage in die Kabine. Die Crewmitglieder sind im Gegensatz zu den Fluggästen, die von „A“ nach „B“ fliegen, viel länger ohne Unterbrechung und somit den Giften wesentlich konzentrierter und vor allem schutzlos ausgeliefert. Häufig sind langwierige Arbeitsunfähigkeitsphasen die Folge. In entsprechenden Foren im Internet kann sich der/die Interessierte auf Basis von zum Teil erschütternden Berichten Betroffener machen.

Das Thema wird in Deutschland –politisch motiviert- weitgehend unter einem Teppich des Schweigens gehalten. Weder die Politik, noch die Airlines, noch die Flugzeugbauer, noch die Krankenkassen, noch die Berufsgenossenschaften haben aus nachvollziehbaren Gründen ein Interesse daran, dass diese schwerwiegende und Menschen gefährdende Problematik in die breite Öffentlichkeit gelangt. Schließlich ist neben den Flugzeugscrews auch eine Vielzahl von Fluggästen den im Falle eines solchen Vorfalls kontaminierten Lüften im Flieger schutzlos ausgesetzt. Inwieweit Passagiere schon geschädigt wurden, ist uns nicht bekannt. Bei Crew-Mitgliedern ist dies etwas anders, da konkrete Vorfälle vorliegen.

Leider handelt die Bundesrepublik Deutschland hier verantwortungslos und lässt, offenbar politisch gewollt, die Betroffenen im Regen stehen. In den Medien wird das Thema so geschickt platziert, das kaum jemand etwas davon mitbekommt (wer schaut schon um Mitternacht investigative Beiträge im öffentlich-rechtlichen Fernsehen an, wenn er sich für den folgenden Arbeitstag ausschlafen muss?). Dass es auch anders geht, zeigt Australien, wo dieser Thematik, wenn auch nach langem Kampf der Betroffenen, die not- wendige Bedeutung beigemessen wird.

Als Laie ist man geschockt. Vor allem, wenn man noch nie davon gehört hat, dass es das gibt. Der Betreuungssekretär der Gewerkschaft ver.di Bernd Köster ist darüber empört, dass das Thema vertuscht wird, und vor allem, dass Betroffenen nicht geholfen wird, sondern sie im Stich gelassen werden. Wenn Sie von einem solchen Ereignis betroffen waren/sind, kommen Sie bitte zu uns, wir würden gerne Betroffene zusammenbringen. Erfahrungs- und Informationsaustausch kann hier aus unserer Sicht am ehesten Hilfe bringen.