Fluggesellschaften

Lufthansa: Erste Verhandlung

Lufthansa: Erste Verhandlung

23.03.2015 - Heute fanden die ersten Tarifverhandlungen für die Beschäftigten am Boden und in der Kabine im Lufthansa-Konzern statt. Doch die Verhandlungen waren schnell wieder am Ende.
Nachdem Frau Dr. Volkens und Frau Schmitz die „prekäre“ wirtschaftliche Situation der Lufthansa und ihrer Konzerntöchter dargelegt hatten, stellte die ver.di-Konzerntarifkommission ihre Forderungen vor:

  • 5,5 Prozent Vergütungserhöhung bei einer Laufzeit von 12 Monaten
  • 75 Euro Festbetrag für Auszubildende und
  • Die unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach bestandener Ausbildung, allerdings in den Lufthansa-Konzern und nicht zur Aviation Power
  • Zudem müssen die Beschäftigten der Lufthansa Technik an den außerordentlich guten wirtschaftlichen Ergebnissen beteiligt werden.

Eigentlich ganz einfach und griffig, ohne irgendwelche Nebenforderungen. Und die Beschäftigten haben es verdient: In allen Geschäftsfeldern leisten sie Großes und das während Sparprogramme Arbeitsabläufe umwerfen, Arbeit verdichtet wird und viele Angst um ihre Zukunft haben.
Die Forderung nach 5,5 Prozent ist auch nicht überzogen, wie der Lufthansa-Vorstand dies darstellt. Zum einen gibt es als Anhaltspunkt den sog. „Neutralen Verteilungsspielraum“. Das ist die Summe aus Preissteigerung und gestiegener Produktivität. Und die wird von uns auf etwa 3 Prozent für 2015 geschätzt.
Dazu kommt dann noch der Nachholbedarf aus den letzten Jahren. Die Krisen der letzten Jahre sind an den Beschäftigten bei der Lufthansa nicht spurlos vorbeigegangen. Durch geringere Vergütungserhöhungen oder sogar Einbußen haben die Beschäftigten ihren Beitrag zur Stabilisierung der Lufthansa beigetragen.
Zusammengerechnet sind 5,5 Prozent eine faire Forderung, die eben auch die Leistung der Beschäftigten berücksichtigt.
All das hat die Verhandlungsführung der Lufthansa aber nicht beeindruckt. Nach Sicht des Vorstandes ist kein Geld zum Verteilen da – trotz 954 Millionen Euro operatives Ergebnis.
Und wenn überhaupt nur, wenn im Gegenzug dazu die betriebliche Altersversorgung nach den Vorstellungen der Lufthansa reformiert wird.
Ohne Reform der Altersversorgung keine Tariferhöhung, so lautet das Credo der Lufthansa!