Luftverkehr

Giftige Kabinenluft in Flugzeugen: Berufsgenossenschaft muss …

Giftige Kabinenluft in Flugzeugen: Berufsgenossenschaft muss Betroffene ernst nehmen

03.06.2016 - Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) appelliert an die Berufsgenossenschaft Verkehr (BG Verkehr), die Betroffenen von Kabinenkluft-Vorfällen („Fume Events“) in Flugzeugen endlich ernst zu nehmen und strebt deshalb ein Gespräch mit dem Vorstand der gesetzlichen Unfallversicherung an. Hintergrund ist eine seit Jahren wachsende Anzahl von Meldungen mit zum Teil schwerwiegenden Erkrankungen und eine restriktive Anerkennungspraxis durch die Berufsgenossenschaft. „Wir wollen das Problembewusstsein bei der BG Verkehr schärfen und dazu beitragen, dass die Betroffenen angemessen versorgt und geschützt werden. Die Luft an Bord muss frei von jeglichen giftigen Rückständen sein“, sagt ver.di-Luftverkehrsexperte Robert Hengster.

Nach wie vor werde Kabinenluft-Vorfällen nicht die erforderliche Aufmerksamkeit und Anerkennung gewidmet. „Betroffene fühlen sich zu Bittstellern degradiert und werden häufig zu sozialen Härtefällen, weil eine Anerkennung als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall verweigert wird“, beschreibt Hengster die Folgen für erkrankte Pilotinnen und Piloten sowie Flugbegleiterinnen und -begleiter. Zudem müsse das Augenmerk auch auf Bodenbedienstete und Technikbeschäftigte gerichtet werden, die ebenfalls mit Triebwerkabgasen in Berührung kämen und geschädigt werden könnten.

Gleichzeitig bekräftigt ver.di die Forderung nach einer besseren medizinischen Untersuchung und Versorgung betroffener Berufsgruppen und setzt sich für die Stärkung des Kompetenzzentrums am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsmedizin der Georg-August Universität Göttingen (UMG) ein. Im Mittelpunkt müsse die Gesundheit des fliegenden Personals und der Passagiere stehen. Dies könne nur durch vorurteilsfreie und unabhängige Fachleute sichergestellt werden, betont Hengster.