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Internationaler Protest gegen die IATA

Internationaler Protest gegen die IATA

Am 1. und 2. Juni protestierten Beschäftigte aus aller Welt gegen die Ausbeutung der Airlines

Am 01. Juni 2016 organisierten sich weltweit Protestaktionen an den Flughäfen. Grund waren die enormen Profite, welche die Airlines auf den Rücken der Beschäftigten im Bodenverkehrsdienst erzielen. So ist es etwa möglich, dass Fluggesellschaften wie bspw. Ryan Air für einen Flug von Berlin Schönefeld nach London gerade mal 12,99€ verlangen und dabei trotzdem hohe Gewinne generieren können. Die günstigen Angebote der Anbieter resultieren aus den Kosteneinsparungen bei den Löhnen, den Qualifikations-, Sicherheits- und Gesundheitsstandards des beschäftigten Bodenpersonals. Wohlgemerkt geht es den Airlines um die günstigsten Angebote, also darum die niedrigsten Preise anbieten zu könnnen und die Masse in die Flieger zu treiben. Damit hat sich wiederum eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, welche nicht nur die Arbeiterschaft mit sich reißt, die von ihren Gehältern kaum noch ihre eigene Existenz bestreiten können, während die körperliche und geistige Gesundheit massiv bedroht werden. Sondern ebenso sehen sich die Fluggäste mit einem Verfall der Qualität von Service und, wie selbst die Frankfurter Neue Presse ganz richtig urteilt, der Qualität der Sicherheit konfrontiert. Die niedrigen Preise werden sowohl von den Beschäftigten als auch von den Fluggästen teuer erkauft.

Die eigentlichen Profiteure sind die Airlines. Einem von der International Transport Workers' Federation (ITF) veröffentlichen White Paper zufolge können die Airlines mit einem Rekordgewinn von über 36 Milliarden Euro in diesem Jahr rechnen. Um dies zu feiern traf sich der Dachverband der Fluggesellschaften die IATA am 02. Juni 2016 in Dublin. Am Tag zuvor machten die Beschäftigten des Bodenverkehrsdienstes mit abgestimmten Aktionen am Flughafen auf sich aufmerksam. Unter dem Banner der Organisation United Aiports und mit Unterstützung der internationalen Gewerkschaften der ITF und der UNI Aktionen handelten Beschäftigte aus Deutschland, Irland, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden, Brasilien, Süd Korea, Schweden und Australien gemeinsam gegen die Ausbeutung der Fluggesellschaften. In Deutschland beteiligten sich die Beschäftigten der Flughäfen Berlin Tegel und Schönefeld, München, Frankfurt, Hamburg, Köln/Bonn, Hannover, Stuttgart und Düsseldorf an den Protesten. Mit Bannern und Flugblattaktionen an den Flughäfen, im Gespräch mit der Presse und den Fluggästen wiesen Kolleginnen und Kollegen auf die unzumutbaren Zustände an den Flughäfen hin. Medien wie die Onlineausgabe der Welt, der Frankfurter Neuen Presse oder des britischen Guardians berichten von den Protesten.
Eine Zusammenfassung des Protesttages in Bildern ist auf unserer Website unter folgendem Link zu finden.

Am 02. Juni kamen dann Vertreter und Vertreterinnen der Flughafenbeschäftigten in Dublin zusammen, währenddessen die IATA auf ihre Rekordgewinne anstießen. Für Deutschland waren Murat Ucar vom Flughafen München und Hakan Bölükmese vom Flughafen Frankfurt in Dublin und machten sich mit den Kolleginnen und Kollegen für faire Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen stark. Gemeinsam protestierten die Vertreterinnen und Vertreter vor dem Gebäude der IATA und verteilten Flyer. Des Weiteren gab es eine gemeinsame Pressekonferenz, wo es Verlautbarungen an die Medienvertreter und -verterinnen gegeben hat.
Die Proteste am 01. und 02. Juni waren ein Erfolg, denn sie zeigten, dass Gewerkschaften sehr wohl fähig sind auch international gemeinsam Handeln zu können und nicht nur globalen Konzernen ohnmächtig ausgeliefert sind.


Weitere Fotos vom 2. Juni sowie vom 1. Juni findet ihr unter folgendem Link: https://goo.gl/AIEw5I