Stuttgart

Achte Runde Tarifverhandlungen bei Losch in Stuttgart

Achte Runde Tarifverhandlungen bei Losch in Stuttgart

Am 7. und 8. Mai haben wir erneut mit dem Arbeitgeber verhandelt. Wir sind ein ganzes Stück vorangekommen. Es gibt aber noch viele offen Fragen und der Arbeitgeber hat eine lange Liste mitgenommen, zu welchen Themen er noch vor der nächsten Verhandlung konkreter werden muß.

Für den Bereich Cleaning
Der feste Teiler (im Winter 8 und im Sommer 10) steht ja bereits. Offen ist noch, wie diese Werte sich ändern, wenn das Auftragsvolumen sinkt.

Die Lohntabelle für 2018 und 2019 ist fast vereinbart. Sie soll bei 10,75 € einstiegen. Wir wollen aber weiter noch in diesem Tarifvertrag für die, die länger als 4 Jahre dabei sind, mind. 12 Euro vereinbaren. Diesen Lohn erhalten auch die Mitarbeiter im Lager.

Die Ausschüttung für die Arbeit und Bereitschaft morgens bis um 6 soll angehoben werden. Sie beträgt neu „Stundenlohn der Stufe 1*1,6“ (entspricht dann: 17,20 €).

Für den Bereich DHL und NLP:
Der LES wird abgeschafft. Die Tabelle für den individuellen Stundenlohn umgeschaltet soll wiefolgt aussehen:

Für das Jahr 2018:
Alle, die im ersten Jahr in DHL/Post arbeiten: 12,20 Euro pro Stunde (AG sagt: 12,10 €)
Alle, die im zweiten Jahr in DHL/Post arbeiten: 12,30 Euro pro Stunde
Alle, die im dritten Jahr in DHL/Post arbeiten: 12,70 Euro pro Stunde.

Für das Jahr 2019 wird die Lohnsteigerung noch berechnet. Sie darf nicht schlechter sein als die, die wir für den L.E.S. verabreden.

Die Splitdienstzulage wird erhöht. Die Kollegen mit der kurzen Schichtlücke bekommen einmalig ihren Stundenlohn, Kollegen mit der langen Schichtlücke bekommen ca. 20 Euro.

Wir haben eine Gabelstaplerzulage von 1 Euro pro Stunde durchgesetzt.

Bei der Post bietet der Arbeitgeber, an, dass alle Beschäftigten einmal im
Quartal drei Tage zusammenhängend frei bekommen (kein Urlaub!).

Für alle Nachtschichtler:
Wir haben 5 Tage Extra Urlaub für alle Nachtschichtler gefordert. Der Arbeitgeber bietet uns: 4 Tage extra Entlastungsurlaub an. Davon sollen zwei oder drei Tage „auf Probe“ sein. Nur, wenn die Krankheitsquote in der Nachtschicht unter 10% geht, gibts die zwei Extra Tage auch in 2019 und darüber hinaus. Hier verhandeln wir weiter.

Für den BVD:
Im BVD wollen wir als Ausgleich für die schwachen Monate einen Festbetrag. Wir wollen hier deutlich über 200 Euro pro Monat für die Monate November- April jeden Monat. Der Arbeitgeber hat seinen Vor-schlag über einen Ausgleich wieder zurückgezogen – um nochmal genau nachzurechnen.

Der Tabellenlohn soll in diesem Jahr auf SAG-Niveau angehoben werden und im kommenden Jahr nochmal deutlich wachsen, darüber sind wir mit dem Arbeitgeber fast einig. Beim LES sollen einige Rechengrößen korrigiert werden, dazu werden gerade Ideen entwickelt.

Für alle:
Auch zum Thema feste Mindestschichtgrößen sind wir endlich ins Gespräch gekommen. Ohne feste Mindestwerte riskieren wir, dass die Schichtgruppen zu klein werden und der Arbeitsdruck die Beschäftigten krank macht. Wir wollen, daß im Tarifvertrag steht, daß man zusätzlichen Anspruch auf einen freien bezahlten Tag bekommt, wenn man mehrmals in zu kleinen Teams arbeiten muß. Der Arbeitgeber überlegt jetzt, was er davon hält.

Zur Erhöhung des LES ab 01.07. will der Arbeitgeber in der kommenden Verhandlung einen Vorschlag machen.
Außerdem soll auch der Zuschuß des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge erhöht werden – hier ist ebenfalls ein Vorschlag des Arbeitgebers angekündigt.

EWIG LANGE LAUFZEIT? NÖ!
Wir wollen, dass der Tarifvertrag höchstens bis Ende 2019 laufen soll. Warum? Je länger der Tarifvertrag dauert, desto weniger können wir auf Veränderungen z.B. in der Auftragslage, in der Branche, in der Inflationsentwicklung etc. reagieren. Und je kürzer der Tarifvertrag dauert, desto früher können wir auch neue Erhöhungen und mehr Geld verhandeln.
Das will der Arbeitgeber nicht. Deswegen fordert er eine Laufzeit von 3 Jahren.
Wir haben vorgeschlagen, Erhöhungen für dieses Jahr zu vereinbaren. Für nächstes Jahr. Und dann wieder verhandeln. Dafür sollen alle Mantelregelungen (Urlaub, Arbeitszeit etc.) für drei Jahre gelten. Auch darüber denkt der Arbeitgeber jetzt nach.

Wir sind auf einem guten Weg. In diesen Tarifverhandlungen geht es darum,

  • daß Euer Lohn steigt. Dafür wird das LES erhöht.
  • daß der Lohn stabiler wird. Dafür soll der Tabellenlohn erhöht und ausdifferenziert werden.
  • daß Ihr einen Ausgleich für starke Belastungen bekommt. Dafür sollen Urlaub und Zuschläge wach-sen.
    Am Ende wird es ein Gesamtpaket geben, mit guten Lösungen für Fälle, in denen das LES nicht mehr hin-haut.

Damit es die richtigen Lösungen werden, brauchen wir Dich. Misch Dich ein. Sag Deine Meinung. Und hole deine Kollegen ins ver.di Boot!

Der nächste Verhandlungstermin ist am 7. Juni 2018

Weitere Infos unter: 
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