Berlin

Solidaritätserklärung der TK AHS von Frankfurt und Hannover

Solidaritätserklärung der TK AHS von Frankfurt und Hannover

Liebe streikende Kolleginnen & Kollegen an den Flughäfen Tegel und Schönefeld,

tief beeindruckt von eurer Entschlossenheit und eurem Kampfgeist schauen wir auf euer Engagement für existenzsichernde und auskömmliche Löhne und gute Arbeitsbedingungen an den Berliner Flughäfen.
An den AHS Stationen in Frankfurt und in Hannover haben wir noch gar keinen Tarifvertrag. Wer an unseren Stationen anfängt, arbeitet für den Mindestlohn in einem befristeten Vertrag ohne oftmals zu wissen, ob man am Ende des Monats sein Leben davon finanzieren kann. Das heißt große Unsicherheit und keine wirkliche Perspektive für einen Lohn, von dem es sich nicht leben lässt. Ihr wisst aus eigener Erfahrung so gut wie wir, wie verantwortungsvoll unser Job ist. Da sind die Gehaltsbedingungen, unter denen wir alle in den Bodenverkehrsdiensten arbeiten ein gesellschaftlicher und politischer Skandal!
Wir haben uns nun zusammengetan, um das auch in Frankfurt und Hannover bei AHS zu ändern. Wir haben eine gemeinsame Tarifkommission gebildet und fangen an, uns zu organisieren. Wir wollen aus dem Stadium des kollektiven Bettelns, aus der Unsicherheit und Perspektivlosigkeit in ein gemeinsames Handeln kommen und unsere Geschicke selber in die Hand nehmen. Wir wollen existenzsichernde Löhne!
Wir wissen, wie wichtig euer Einsatz auch für uns ist. Ihr kämpft für einen existenzsichernden Standard im BVD. Deshalb schauen wir auf euch. Deshalb schauen aber auch die Arbeitgeber bundesweit auf euch. Und ihr Widerstand gegen auskömmliche Löhne für uns alle ist heftig – insbesondere auch bei AHS Berlin. Das verurteilen wir scharf!
Am liebsten hätten wir gemeinsam mit allen unseren Kolleginnen und Kollegen in den Bodenverkehrsdiensten in Deutschland einen gemeinsamen Branchentarifvertrag, der uns nicht mehr gegenseitig in die Konkurrenz treibt und unsere Löhne nach unten drückt. Ihr seid in Berlin die Vorreiter, aber wir können uns nicht zurücklehnen und warten, dass ihr das schon regelt – sonst drücken unsere Arbeitsbedingungen eure nach unten. Deshalb wollen auch wir uns nun auf den Weg machen und unseren Teil dazu beitragen, indem wir auch bei uns für existenzsichernde Löhne kämpfen. Auch den Airlines muss bewusst sein, dass eine sichere und kundenorientierte Abfertigung mit den geforderten Standards zu Dumpinglöhnen nicht länger tragbar ist und gewährleistet werden kann.
Ihr in Berlin seid uns dabei ein Vorbild und Beispiel. Ihr gebt uns viel Kraft und Mut. Es ist ein harter und langer Weg, sich gegen die Macht der Big Player in der Luftfahrtbranche durchzusetzen, aber unsere Stärke ist unsere Zahl. Wenn wir viele sind, wenn wir einig sind, dann sind wir gemeinsam stark und können unsere Ziele erreichen.

Solidarische Grüße,
Eure Kolleginnen & Kollegen aus der Tarifkommission AHS FRA & HAJ