Berlin

Flughafen Berlin Tegel/Schönefeld: Arbeitgeber ohne Angebot!

Flughafen Berlin Tegel/Schönefeld: Arbeitgeber ohne Angebot!

Die Tarifverhandlungen für die über 2000 Beschäftigten in den Bodenverkehrsdiensten in Berlin/ Brandenburg wurden am 11. Januar fortgesetzt. Ziel ist es, einen neuen Vergütungstarifvertrag abzuschließen.

Nachdem die Tarifkommission beim ersten Verhandlungstermin ihre Forderungen vorgestellt hat, wurde erwartet, dass die Arbeitgebervertreter ein Angebot unterbreiten, wie sich die Gehälter der Beschäftigten einwickeln.

Die Arbeitgeber positionierten sich zu unseren Forderungen und stellten Gegenforderungen. Unsere Forderungen wurden in den Punkten Erweiterung der Gehaltstabellen um Erfahrungsstufen vom Arbeitgeber abgelehnt. Die Arbeitgeber stellten dar, dass unsere Forderungen sie wirtschaftlich überfordern würden. Unsere Forderung nach je einem ½ Urlaubs- und Weihnachtsgeld wurde ebenfalls vom Arbeitgeber zurückgewiesen. Verhandlungsbereitschaft zeigten die Arbeitgeber in der Höhe der Tarifgehälter und der Bezahlung von höherwertigen Tätigkeiten. Eine Forderung nach einer Laufzeit des Vergütungstarifvertrages von 48 Monaten wurde ebenfalls vorgetragen, dazu soll der Manteltarifvertrag (Arbeitszeit, Urlaub, usw.) genauso lange nicht geändert werden können. Er soll in seiner jetzigen Form Eins zu Eins so weiter laufen. Unsere Ansätze, die Zuordnung zu den Vergütungsgruppen der Tätigkeiten anzupassen und zu überprüfen, wurde vom Arbeitgeber aufgegriffen. In der Passage will man weg von den Systemen, während das bestehende System der Permits auf der Vorfeldseite sogar noch verschärft werden könnte. Die Arbeitgeber haben unsere Ideen aufgriffen, die Zuordnung der Tätigkeiten zu den Entgeltgruppen zu überprüfen. Sie haben dabei Ansätze vorgestellt, die in allen heute thematisierten Bereichen (Rampe, OPS, Passage) teilweise zu Herabgruppierungen(!!!) führen könnten. Das ist für uns der völlig falsche Weg.

Unsere Tarifforderungen:

  • Erhöhung der Tarifgehälter um 1€ je Stunde für jede EG
  • Laufzeit des neuen VTV von 12 Monaten
  • Erweiterung der Gehaltstabellen um Erfahrungsstufen
  • Entkopplung von System- und Permitvoraussetzung für die Entgeltstufen
  • Bezahlung von höherwertigen Tätigkeiten ab dem ersten Tag
  • Je ½ Gehalt Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Die Arbeitgeber haben offensichtlich nicht verstanden, wie sich die Situation am Flughafen darstellt. Die Beschäftigten erwarten deutliche Tariferhöhungen und das sich das Engagement endlich auch in der Brieftasche bezahlt macht. Es fehlt an allen Ecken und Enden Personal und die Bezahlung ist für uns ein ganz wesentlicher Punkt.
Wir haben unsere Position klar gestellt. Wir wollen uns keineswegs in kleinteiligen Diskussionen verzetteln, sondern ein substanzielles Vergütungsangebot der Arbeitgeber. Nach einer Verhandlungspause kamen die Arbeitgeber dann mit einem „Angebot“, allerdings keinem mit Tariferhöhungen. Sie boten uns einen zusätzlichen Termin an, um uns über die wirtschaftliche Situation der Unternehmen zu informieren. Wir wollen kein weiteres Treffen zu dem Thema und haben das Angebot ausgeschlagen. Wir wollen Tariferhöhungen! Die Möglichkeiten uns die wirtschaftliche Situation darzustellen, hatten die Arbeitgeber bereits am 24. November 2016 und heute dem 11. Januar 2017. Wir haben den Arbeitgebern angeboten uns die Unterlagen über die jeweilige wirtschaftliche Situation zukommen zu lassen, um diese intern zu bewerten.
Ein weiteres Problem gibt es. Die Wisag Transport Service (WTS) ist aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten. Die Arbeitgeber wollen deshalb nicht für unsere Kolleginnen und Kollegen der WTS verhandeln. Das verschärft die Verhandlungen ähnlich, wie die Kündigung der Überleittarifverträge im September 2016 durch die Wisag. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WTS sollten jetzt dringend ver.di-Mitglied werden.
Die Verhandlungen werden am 25. Januar fortgesetzt. Die Arbeitgeber wären sehr gut beraten endlich ein konkretes Angebot, um wie viel sich eure Gehälter erhöhen sollen, vorzulegen. Das haben sie seit mittlerweile sieben Wochen Tarifverhandlungen nicht geschafft. Es ist jetzt nicht die Zeit für verhandlungstaktische Spielchen. Wir wollen wissen, wie viel ihr den Arbeitgebern wert seid.

Eure Flächentarifkommission