Berlin

Bodenverkehrsdienste an Berliner Flughäfen: Tarifverhandlungen …

Bodenverkehrsdienste an Berliner Flughäfen: Tarifverhandlungen gescheitert

17.02.2017 - Die Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und den Arbeitgebern der Berliner Bodenverkehrsdienste, die durch den Allgemeinen Verband der Wirtschaft für Berlin und Brandenburg e. V. vertreten werden, sind am heutigen Tage wiederum ergebnislos verlaufen. Die ver.di-Tarifkommission hat angesichts des Verhaltens der Arbeitgeber die Verhandlungen für gescheitert erklärt. „Wir werden jetzt die Urabstimmung vorbereiten und uns auf die neue Situation einstellen. Wir betonen ausdrücklich, dass wir eine faire Lösung am Verhandlungstisch wollen“, sagte Enrico Rümker, ver.di-Verhandlungsführer.

„Die Arbeitgeber waren trotz der nahezu geschlossenen Beteiligung ihrer Belegschaften am Warnstreik nicht bereit, ihr unzureichendes Angebot in den Verhandlungen zu verbessern. Die Arbeitgeber führen die Verhandlungen auf den Rücken der Passagiere und sind sogar bereit einen Erzwingungsstreik auf den Berliner Flughäfen zu riskieren“, so Enrico Rümker.

Der zurzeit geltende Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich und muss von allen Firmen angewendet werden, die Bodenverkehrsdienstleistungen anbieten. Tätig sind in Tegel und Schönefeld über 2.000 Beschäftigte zurzeit neben der WISAG mit ihren Tochter- und Subunternehmen, die Aeroground Berlin GmbH mit ihrem Tochterunternehmen HSD, die Swissport Berlin GmbH, die Ground Solution Berlin GmbH und deren Tochterunternehmen und die Aviation Handling Service. Diese genannten Unternehmen sind vom Tarifkonflikt betroffen.

ver.di fordert bei einer Vertragslaufzeit von 12 Monaten Vergütungsverbesserungen von einem Euro pro Stunde. Ein Beschäftigter erhält zurzeit etwa 11,-€/Stunde. Entsprechend werden Tätigkeiten beim Laden, Checkin oder Vorfeldarbeiten wie Fahren von Abfertigungsfahrzeugen oder das Einwinken von Flugzeugen bezahlt. Zudem will ver.di erreichen, dass das Tarifsystem verbessert wird und Beschäftigte verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten erhalten. Nach fünf Verhandlungsrunden liegt nur ein unzureichendes Angebot vor, dass von der ver.di Verhandlungskommission als nicht verhandelbar angesehen wird. Aus der Sicht der Arbeitgeber soll der Tarifvertrag über vier Jahre gelten und die Entgelte sollen sich jeweils um 1 Prozent pro Jahr, das entspricht in etwa ca. 10 Cent pro Stunde, erhöhen. In den vergangenen Jahren haben durch gestiegenes Fluggastaufkommen Arbeitsverdichtungen und Arbeitsbelastungen erheblich zugenommen. Ein großer Teil der Beschäftigten in den Bodenverkehrsunternehmen ist zudem teilzeitbeschäftigt. Damit verlagert der Arbeitgeber seine unternehmerischen Risiken auf die Beschäftigten, die nur voll arbeiten dürfen, wenn es die Auftragslage nach Ansicht der Arbeitgeber hergibt.

Es ist derzeit kein weiterer Verhandlungstermin zwischen ver.di und dem Allgemeinen Verband der Wirtschaft für Berlin und Brandenburg e. V. verabredet worden.