Berlin

Flughäfen Berlin Tegel/Schönefeld: Die Zeichen stehen auf Sturm

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Arbeitgeber befeuern Konflikt weiter

07.03.2017 - Die Bilanz der bisherigen Tarifrunde ist deutlich. Ein in den Belegschaften der Bodenverkehrsdienste Berlin Brandenburg breit angelegter Prozess um die Tarifforderungen zu ermitteln, startete im Februar 2016. Ihr habt euch von Anfang an massiv in dem Prozess eingebracht. Im November 2016 starteten dann die Verhandlungen. Insgesamt fünf Verhandlungstermine blieben erfolglos. Mit der Beteiligung an zwei Warnstreiks setzten die Belegschaften aller Unternehmen ein geschlossenes Bild. Die dann erforderliche Urabstimmung mit einem Ergebnis von 98,6% für Streiks zeigt auch die hohe Bereitschaft der Mannschaft sich für gute Tarifbedingungen einzusetzen. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad aller Unternehmen wächst gewaltig.
Die Antwort der Arbeitgeber war ein Angebot über jeweils 1% jährliche Gehaltssteigerungen bei einer Laufzeit von vier Jahren. Das laut Arbeitgeber „faire Angebot“ war nichts als eine Provokation. Selbst jetzt nach der Urabstimmung wird dieses Angebot nur unzureichend aufgebessert. Auf drei Jahre Laufzeit soll es insgesamt ein Volumen von 8% geben. Daraus müssten die Gehaltserhöhungen, die Erfahrungsstufen und auch die Eingruppierungsveränderungen finanziert werden. Für die EG 1 würde das im Höchstfall nur 27ct pro Stunde im Jahr 2017 mehr bedeuten.
Was aber viel besorgniserregender ist, ist die Ausrichtung unserer Arbeitgeber in Bezug auf den Standort Berlin. Die WISAG hat in Köln mit ver.di einen neuen Tarifvertrag vereinbart, der Gehaltssteigerungen innerhalb von drei Jahren von 15,5 bis 17,5% vorsieht. Die AHS, die in Berlin sehr vehement gegen Gehaltserhöhungen diskutiert, erhöht die Gehälter in Köln und Düsseldorf ebenfalls per Tarifvertrag mit ver.di über drei Jahre zwischen 14,19 bis zu 21%. Das alles, ohne dass unsere Kolleginnen und Kollegen diese berechtigten Forderungen mit nur einem Warnstreik durchsetzen mussten.
In Hamburg gibt es mittlerweile auch ein Tarifergebnis mit ver.di. Hier steigen die niedrigsten Entgeltgruppen bei einer Laufzeit von nur zwei Jahren um 18%, selbst die höchsten Gehaltsgruppen erhalten 8% mehr. Und wir sollen in Berlin nach zwei Warnstreiks und Urabstimmung mit jeweils 2,66% pro Jahr abgespeist werden? Das verdeutlicht nur eines: Die Arbeitgeber sind an keiner Verhandlungslösung mit uns interessiert und fordern uns regelrecht heraus in den Konflikt zu gehen.
Natürlich stellt sich die Frage: Warum passiert das in Berlin? Liegt es vielleicht daran, dass Berlin der einzige BVD mit einem unternehmensübergreifenden allgemeinverbindlichen Tarifvertrag ist? Will man vielleicht deshalb die Eskalation, um das Engagement von ver.di für eine bundesweite Branchenlösung negativ zu belegen und so eine notwendige Branchenlösung zu verhindern?
Die Zeit für tarifpolitische Spielchen ist lange vorbei. Wir brauchen jetzt eine Lösung. Diese ist überfällig.
Eure Flächentarifkommission