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ver.di drängt Lufthansa zu Personalübernahmen - Verbindliche Übernahme gilt nur für 1.481 Beschäftigte

13.10.2017 - Aus der Sicht der Lufthansa ist der nunmehr besiegelte Kauf von Air Berlin-Teilen ein großer wirtschaftlicher Erfolg, der den Ertrag der Airline sicherlich steigern wird. „Der genannte Kaufpreis von 210 Millionen Euro für die nicht insolvente Niki und Luftfahrtgesellschaft Walter sowie Unternehmensteile der Air Berlin Luftfahrt KG ist als Schnäppchen zu bewerten“, sagte heute Christine Behle, Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

„Während man in der Führungsetage bei der größten deutschen Fluggesellschaft in Feierlaune ist, steigt die Verzweiflung bei den Air Berlin-Beschäftigten“, so Behle. Wie jetzt nach dem Geschäftsabschluss klar wird, hat nur ein kleiner Beschäftigtenteil der insolventen Air Berlin eine Chance auf Weiterbeschäftigung bei der Lufthansa. „Leider versucht die Lufthansa mit unklaren Behauptungen, wie viele Beschäftigte von Air Berlin bei der Lufthansa weiterbeschäftigt werden, die tatsächliche Situation zu verschleiern und zu beschönigen“, so Christine Behle.

Bei der Air Berlin-Tochtergesellschaft Niki sind aktuell 1.041 Beschäftigte tätig, bei der Luftverkehrsgesellschaft Walter sind es nochmal rund 440. Diese insgesamt 1.481 Beschäftigten gehen mit ihren Arbeitsverträgen an den neuen Eigentümer Lufthansa, es ändert sich an ihren Arbeitsverhältnissen nichts. Daneben kauft die Lufthansa einen weiteren Geschäftsanteil der insolventen Air Berlin, der nach ver.di-Schätzungen einen rechnerischen Umfang von rund 1.300 Beschäftigten hat. Seit 2016 hatte Air Berlin bereits Flugzeuge inklusive Personal an den Lufthansa-Konzern verleast. Im Einsatz waren Maschinen und Air Berlin-Personal für die Lufthansa-Billigtochter Eurowings. Diesen Anteil will die Lufthansa bzw. Eurowings jetzt in Eigenregie übernehmen. Die bisher dort tätigen Air Berlin-Beschäftigten sollen nach Lufthansa-Vorstellungen die Chance erhalten, sich auf diese Arbeitsplätze bewerben zu können.

„Wir kritisieren dieses Verhalten der Lufthansa als geradezu zynisch. Es ist bislang nicht geregelt, dass diejenigen Beschäftigten, die bereits seit längerem für die Lufthansa tätig sind, bevorzugt eingestellt werden. Im Gegenteil: Wir haben den Verdacht, dass die Lufthansa diesen Schachzug nutzen will, um preiswerte Arbeitskräfte zu rekrutieren“, so Behle.

ver.di erinnert die Lufthansa an die Aufforderung der Gewerkschaft zu Tarifverhandlungen und erwartet jetzt die zügige Aufnahme der Gespräche. Zu regeln wäre unter anderem die bevorzugte Einstellung von Air Berlin-Beschäftigten sowie tarifliche Fragen.