Airberlin

Air Berlin: Wir haben große Sorge!

Air Berlin: Wir haben große Sorge!

Info der Tarifkommission Kabine

Die Veröffentlichung vom 05.09.2017 zur Langstreckenstreichung Berlin gibt uns großen Anlass zur Sorge, dass unsere Geschäftsführung offensichtlich mehrere Jahre benötigte, um zu erkennen, dass die operative Situation am Flughafen Tegel instabil ist und dort Kapazitätsengpässe eine Langstrecken Ops unrentabel machen.

Aber auch die Sorge, dass wie im gleichen Schreiben erwähnt bereits Verhandlungen mit potentiellen Erwerbern geführt werden, die bereits im Vorfeld zu  „Anpassungen“ im Produkt geführt haben könnten.

Als Tarifpartner würden wir uns endlich wünschen, statt immer wiederkehrender seichter Lobhudelei zur Einsatzbereitschaft und Belastungsfähigkeit der Kabinenbeschäftigten klare und eindeutige Signale von der Geschäftsleitung zu erhalten, dass sie sich neben der Sicherung der Arbeitsplätze auch für die faire tarifliche Überleitung stark macht. Das wäre ein Dankeschön für die endlosen Zumutungen der vergangenen Wochen .

Die Tarifkommission der Kabinenbeschäftigten sieht wie auch Verdi die Bundesregierung, die mit Finanzzusagen das Insolvenzverfahren stützt, in der Verantwortung, Druck auf die Kaufinteressenten auszuüben und Einfluss zu nehmen, damit die Air Berlin Kabinenbeschäftigten eine adäquateZukunftsperspektive  erhalten.

Wir erwarten von der Politik die150 Mio. Bürgschaft aus öffentlichen Finanztöpfen auch an soziale und faire Bedingungen zu knüpfen.

Eine Veräußerung der Air Berlin oder von Teilen der Airline muss nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen geschehen, insbesondere des §613a BGB.

Dies beinhaltet die Fortführung der Arbeitsverträge und den Erhalt möglichst aller Arbeitsplätze.

Die oder das aufnehmende/n Unternehmen steht/stehen in einer besonderen sozialen Verantwortung. Es darf keine Versuche geben, die bestehenden gesetzlichen Schutzregelungen und Tarifverträge zu umgehen, wie zum Beispiel durch gezielte Abwerbung von Air Berlin Beschäftigten, um Betriebsübergänge zu vermeiden.

Es darf keine Benachteiligung, langjähriger Beschäftigter geben. Wir fordern hier eine faire Eingliederung auch dieser Beschäftigtengruppe.

Das Insolvenzverfahren darf nicht dazu genutzt werden, um Tarifdumping in Deutschland auszuweiten. Wir erwarten im laufenden Verfahren Transparenz und Einbeziehung in die weiteren Planungen.

Alle möglichen Kaufinteressenten müssen sich zur ihrer sozialen Verantwortung  bekennen.

Als TK Kabine stehen wir weiterhin zu unserer Aussage, Betriebsübergänge auch tariflich zu begleiten und senden klare eindeutige Signale zur Verhandlungsbereitschaft in die Richtung der Kaufinteressenten.

Wir versichern Euch, dass wir sofort und umfänglich an Euch berichten, sobald es FAKTEN gibt… An Spekulationen und Gerüchten werden wir uns weiterhin nicht beteiligen … diese Aufgabe übernehmen schon andere, die vor der Verhandlungstüre stehen.

 

Eure ver.di-Tarifkommission Kabine