Busse und Bahnen

Gemeinsam für den Erhalt des Stadtverkehrs in Hildesheim

Gemeinsam für den Erhalt des Stadtverkehrs in Hildesheim

05.03.2016 - Die Situation beim Stadtverkehr Hildesheim (SVHI) bleibt äußerst angespannt. Die Beschäftigten bangen weiter um ihren Arbeitsplatz. Betroffen wären neben den 120 Beschäftigten des SVHI auch 45 Beschäftigte des Regionalverkehrs Hildesheim, die derzeit beim Stadtverkehr eingesetzt werden.
Trotz vieler Gespräche mit der Geschäftsführung des Stadtverkehrs sowie mit politisch Verantwortlichen aus Hildesheim, scheint eine Rettung des Unternehmens noch in weiter Ferne. Ein von der Geschäftsführung favorisierter Ansatz, bei der die Beschäftigten des Stadtverkehrs, im Rahmen eines eigenwirtschaftlichen Antrages, tarifliche Lohnabsenkungen von über 30% zu befürchten hätten, hält die Mehrzahl der Beschäftigten für nicht akzeptabel.
„Augenblicklich werden die Beschäftigten vor die Wahl gestellt, sich zwischen Pest und Cholera zu entscheiden: Arbeitsplatzverlust oder Arbeiten zu Entgelthöhen aus dem Billiglohnsektor, unter 1800 Euro Brutto in Vollzeit“, erläutert der Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Hannover/ Leine-Weser Harald Memenga.
ver.di zufolge sind über die derzeitigen Planungen hinaus, aber noch andere Vorgehensweisen denkbar. “Wir haben weitere Wege juristisch prüfen lassen und fordern die Verantwortlichen dringend auf, sich mit konkreten Lösungsansätzen auseinanderzusetzen, um eine Liquidierung des kommunalen Unternehmens zu verhindern. Die betroffenen Beschäftigten und die Kunden in Hildesheim haben eine zügige Umsetzung von akzeptablen Lösung verdient“, so Harald Memenga weiter.

ver.di wird daher die Beschäftigten des Stadtverkehrs Hildesheim am 08.03.2016 von 10 bis 14 Uhr zu einem Warnstreik aufrufen.

Geplant ist eine Demonstration ausgehend vom Betriebshof des Stadtverkehrs durch die Hildesheimer Innenstadt gefolgt von einer Kundgebung vor dem Rathaus.

Die Beschäftigten wollen damit eine deutliche Botschaft in Richtung  Kommunalpolitik und Geschäftsführung senden, dass eine Rettung des Unternehmens nicht auf dem Rücken der Beschäftigen ausgetragen werden kann. Zudem wolle man den Bürgerinnen und Bürgern aus Hildesheim deutlich machen, welche negativen Folgen eine Übernahme durch die Deutschen Bahn AG auf die Qualität des öffentlichen Nahverkehrs hätte.
Hintergrund ist, dass die Deutsche Bahn mit ihrem Tochterunternehmen einen eigenwirtschaftlichen Antrag für den öffentlichen Nahverkehr unterbreiten und dabei das kommunale Unternehmen mit einem Minimalangebot ausbooten könnte.

Im Fall eigenwirtschaftlicher Anträge müssen Beschäftigten keine sozialen Standards wie beispielsweise Tarifverträge geboten werden. Auch die Tariftreuegesetze der Länder gelten dabei nicht. ver.di kritisiert das Vorgehen der Deutschen Bahn aufs schärfste und fordert die politisch Verantwortlichen zum Handeln auf.